Kinder- und Jugendbehandlung Seite 2

Der „Hauptfeind“ der Zähne ist Zucker !
Obwohl dieser Sachverhalt seit langem bekannt ist, schaffen es nur wenige Menschen ihre Ernährung zuckerfrei zu gestalten. Die Bakterien der Mundhöhle bauen den ihnen angebotenen Zucker zu Säuren ab. Diese Säuren sind es letztendlich, die den gesunden Zahnschmelz angreifen und bei längerem und wiederholtem Einwirken das Loch im Zahn bewirken.
Wichtig zu wissen ist, nicht die Menge des zugeführten Zuckers ist für das Ausmaß der Zahnschäden hauptverantworlich, sondern die Häufigkeit des Zuckerzufuhrs. Vorbeugung von Karies heißt daher in vielen Fällen zunächst: Reduzierung der Anzahl der zuckerhaltigen Nahrungsaufnahmen.
Extrem wichtig ist dieses bei Kleinkindern, die ihre Nahrung noch über die Nuckelflasche aufnehmen. Selbst absolut gesehen sehr geringe Zuckermengen haben dann katastrophale Auswirkungen auf die neuen Zähne, wenn die Kinder die Möglichkeit haben, permanent an diesen Flaschen zu saugen. In Nuckelflaschen gehören daher keine zuckerhaltigen Getränke . Eine neue Zeiterscheinung sind Eistees . 2002 haben etwa 10% der Kinder mit Saugerflaschenkaries Eisteegetränke genuckelt. Fast alle Eistees enthalten zahnschädlichen Zucker, auch in Kombination mit Zuckeraustauschstoffen. Zum anderen finden sich in den Eistees Zitronensaft oder Zitronensäure, die dieses Getränk sehr aggressiv machen. Diese Säuren lösen den Zahnschmelz regelrecht auf! Zudem sind diese Eistees überwiegend mit Coffein angereichert. Coffein macht die Kinder zappelig, unruhig und bewirkt Einschlafstörungen - eigentlich wird genau das Gegenteil von einem Tee erwartet! Ein vierter Grund, Eistees besser in den Regalen der Supermärkte liegen zu lassen, ist der meist zu hohe Fluoridgehalt. Kinder, die über längere Zeit viel Eistee trinken, schädigen die bleibenden Zähne im Sinne einer Dentalfluorose, d.h. die bleibenden Zähne werden braunfleckig.
Eistees gehören nicht in die Nuckelflasche und sollten auch später nur in Maßen getrunken werden!
Jedes normal entwickelte Kind sollte spätestens mit einem Jahr aus einem Glas oder einem Becher trinken.
Alternativen zum Zucker sind Zuckeraustauschstoffe, wie z.B. das Xylit. Die Bakterien der Mundhöhle können das Xylit nicht zu Ende abbauen, ja sie gehen sogar an der Anreicherung der nicht zu Ende abgebauten Xylitprodukte zugrunde. Damit hat Xylit sogar eine karieshemmende Wirkung. Sehr gebräuchlich und von Kindern toleriert sind xylithaltige Kaugummis.

Fluoride
Sollen Kinder regelmäßig Fluoride zugeführt bekommen oder ist das schädlich?
Fluoride sind immer eine Sache der Dosierung. Wie bei der Problematik der Eistees bereits erwähnt, können Fluoride auch überdosiert werden, was sich dann nachteilig auf das Aussehen und auch die Belastbarkeit der Zähne auswirkt.
Folgende Empfehlungen für Fluordierungsmaßnahmen für Kinder werden heute gegeben:
0-6Jahre:
Grundsätzlich wird heute der lokalen Fluoridierung direkt am Zahn der Vorzug gegenüber einer systemischen Verabreichung (Tabletten) gegeben.
Bis zum Durchbruch des ersten Zahnes ist keine Fluoridierungsmaßname erforderlich.
Ab dem Durchbruch des 1.Milchzahnes:
1 mal täglich mit einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpasta (500ppm Fluorid, steht auf der Packung) putzen.
2. – 6. Lebensjahr: 2 mal täglich mit erbsengroßer Menge Kinderzahnpasta putzen.
Ab dem 6. Lebensjahr: 2 mal täglich putzen mit Junior- oder Erwachsenenzahnpasta (Fluorid-Gehalt: 1000-1500ppm). Zusätzliche häusliche Anwendung von Fluorid-Gelée.
Die früher generell empfohlene Tablettenfluoridierung bleibt auf Risikofälle beschränkt:
Dosierungsempfehlung bei Tablettenfluoridierung :0,25mg/Tag bis zum 3.Lebensjahr; 0,5mg/Tag vom 3.-6.Lebenjahr; danach bis zum 9.Lebenjahr 0,75mg/Tag.
Alternativ kann die Fluoridzufuhr auch mit fluoridiertem Speisesalz erfolgen.
Man sollte sich aber konsequent nur für eine Form der Fluoridverabreichung entscheiden. Die Einschätzung des Kariesrisikos spielt dabei eine entscheidende Rolle. Zusammen mit dem Zahnarzt wird die sinnvollste Form der Fluoridverabreichung festgelegt.