Kiefergelenkbehandlungen Seite 2
Beeinflusst wird das Zusammenspiel der Zähne, des Kiefergelenkes und der Kaumuskeln von der Psyche. „Wir beißen unsere Zähne zusammen“, wenn wir im Stress sind, wenn wir gefordert werden, auch wenn wir Tagesabläufe oder Geschehen psychisch verarbeiten. Dieses geschieht oftmals unterbewusst. Passen bei diesem Zusammenbeißen der Zähne alle Zahnflächen optimal zusammen, passiert in der Regel nichts, vor allem dann nicht, wenn die Stresssituation nur vorübergehend andauert. Stört aber ein Zahn oder ein Anteil eines Zahnes beim Zusammenbeißen, dann versucht das Kausystem, diesen Störfaktor zu beseitigen, z.B. dadurch, dass vermehrt auf diesem Störkontakt gebissen und geknirscht wird. Zähnen können dann anfangen, beim Aufbiss zu schmerzen, Kaumuskulatur kann durch die dauerhafte Beanspruchung anfangen zu schmerzen, letztendlich können auch Kiefergelenkstrukturen überlastet werden und schmerzen.
Unterbrechen kann man das beschriebene Geschehen dadurch, das der Stress auslösende Faktor reduziert oder ganz beseitigt wird, dadurch bedingt die Zähne wieder nur zur Zerkleinerung der Nahrung benutzt werden. Ist das nicht so ohne weiteres möglich oder sind bereits bestimmte Strukturen des Kausystems geschädigt, müssen zum einen die geschädigten Strukturen ermittelt werden und zum anderen abgeklärt werden, ob mögliche Ursachen dafür im fehlerhaften Zusammenbeißen der Zähne gefunden werden. Es gibt mehre Möglichkeiten, das Kausystem zu untersuchen:
mit sog. manuellen Untersuchungstechniken können die erkrankten Strukturen ermittelt werden. Diagnostische Kiefermodellanalysen geben Aufschluss darüber, ob das Zusammenbeißen der Zähne als mögliche Ursache für die erkrankten Gelenk- oder Muskelstrukturen in Frage kommt. Weitere mögliche Untersuchungsverfahren sind eine computergestützte Kiefergelenk- Bewegungsanalyse (elektronische Achsiographie) oder die Kernspintomographie.
Mit der Diagnose der manuellen Kiefergelenkuntersuchung und den weiteren Untersuchungen kann eine ursachenbezogene Therapie beim Zahnarzt eingeleitet werden, wenn die Zähne oder bestimmte Anteile der Zahnflächen als Störfaktoren ermittelt werden konnten. Dieses geschieht z.B. mit sog. Aufbissschienen, die je nach Befund die Lage des Unterkiefers so verändern kann, dass Schmerz auslösende Gelenkstrukturen nicht mehr belastet werden. Das Aufbeißen der Zähne auf diese Schiene wird dabei so eingestellt, dass eine absolut gleichmäßige Belastung aller Zähne erreicht wird. Dieses wiederum führt zu einer Entlastung der Kaumuskulatur. Häufig wird diese Behandlung mit Krankengymnastik begleitet.
Kommt der Störfaktor für Beschwerden im Kausystem aus dem Bereich der Wirbelsäule oder einer Beckenfehlstellung, dann muss in jedem Fall eine orthopädische Mitbehandlung erfolgen.
Ziel ist ein wieder harmonisches Zusammenspiel zwischen Zähnen, Muskulatur, Kiefergelenk und Körperstatik.
Es tritt Beschwerdefreiheit und Wohlgefühl ein!